H1: Unter neuen Voraussetzungen an alte Erfolge anknüpfen

Nachdem man in der vergangenen Spielzeit trotz grösstenteils befriedigenden Leistungen am Ende nur auf dem 4. Tabellenrang klassiert war, ist das Herren 1 des VBC Einsiedeln motiviert auch dieses Jahr wieder vorne mitzuspielen. Dieses Unterfangen wird unter ganz neuen Voraussetzungen in Angriff genommen.

 

Es war ein Paukenschlag, der für manch einen interessierten und genauen Beobachter nicht ganz unerwartet gekommen sein dürfte. Im Sommer verkündete Ernst Rüdisüli, seines Zeichens Trainer der ersten Mannschaft des Einsiedler Volleyballvereins seinen Rücktritt. Zu unterschiedlich waren seine Ansichten von denen seiner Spieler. Bereits zu diesem Zeitpunkt war klar, es würde kein einfaches Unterfangen werden, einen Trainer mit ähnlichem Renommee nach Einsiedeln locken zu können. Das Team sowie der Vorstand diskutierten über längere Zeit hinweg mögliche Lösungen und Möglichkeiten, wie das Team weiter geführt werden sollte. Nach zwei Monaten Training, Trainingslager und Testspielen darf man sagen: Es wurde, zumindest bis zum jetzigen Zeitpunkt, eine gute Lösung gefunden.

Mit Spielertrainer in die neue Saison

Das Team hat sich nach einigen Absprachen dazu entschieden, die neue Saison mit Spielertrainer in Angriff zu nehmen. Das bedeutet, dass ein Spieler gleichzeitig das Coaching während den Matches übernimmt. Teams in tieferen Ligen arbeiten immer wieder mit dieser Art von Trainer, ab der 1. Liga ist dies nicht mehr üblich, aber nicht ganz und gar unmöglich. Beispielsweise schaffte gerade in der vergangenen Saison der STV St. Gallen den Aufstieg in die NLB, Notabene mit Spielertrainer! Voraussetzung dafür ist ein gewisses Mass an Erfahrung im eigenen Team, welche die Jungs aus Einsiedeln zweifelsohne mitbringen.

Zusätzlich wird von jedem Eigeninitiative verlangt, sei dies bei der Trainingspräsenz oder beim Einsatzwillen. Stefan Schädler, der die Trainings grösstenteils leitet ist mit den ersten zwei Monaten weitgehend zufrieden. «Die Trainingspräsenz ist hoch, die Spieler zeigen meiner Meinung nach grösseren Einsatz als in den vergangenen Jahren. Ich denke das hängt damit zusammen, dass sie nun genau wissen, dass sie das ganze für sich selbst und nicht mehr für den Trainer machen.» An den Spielen werden er und Samuel Kälin (die beiden Liberos) sich im Coaching-Amt abwechseln. Das bedeutet:  Immer einer spielt und der andere coacht. Im Notfall wäre aber auch dann ein Wechsel immer noch möglich. Eine Kostprobe des Einsiedler Spiels bekommt man an Heimspieltagen jeweils in der Sporthalle Einsiedeln. Das erste Spiel, gegen Erzrivale Voléro Zürich, findet am 19. Oktober um 18 Uhr statt.

Mit viel Motivation zum Erfolg

Einen grossen Teil zum positiven Start ins Training tragen die neuen Spieler bei. Vier sind es an der Zahl. Sie ersetzen die Zurückgetretenen: Oliver Ulrich, Thomas Kälin und Christian Häfliger, sowie den zu Jona in die NLA abgewanderten Linus Schönbächler.

In Einsiedeln sind die Neuzugänge keineswegs Unbekannte. Auf der Passeur-Position ist Silvan Kälin, ehemaliger Captain des Einsiedler Fanionteams von seinem Gastspiel in Luzern zurückgekehrt. Zudem ist mit Rafael Schnüriger ein Spieler zurückgekommen, der zu den Einsiedler Urgesteinen gehört und mit seiner Erfahrung eine wichtige Stütze fürs Team sein wird. Aus dem eigenen Nachwuchs ist Joel Bürgler nachgezogen worden. Von ihm verspricht man sich eine grosse Zukunft, macht er mit seiner Entwicklung in gleichen Schritten weiter wie bisher. Und last but definitely not least, darf Einsiedeln darauf gespannt sein, was Tim Hug nach seinem Rücktritt vom Spitzensport (Nordische Kombination) in der Volleyballhalle zu leisten vermag. Eines darf schonmal vorweggenommen werden, wenn die ersten beiden Monate Training als Gradmesser genommen werden, darf man sich auf seine Leistungen freuen. Zusätzlich bringt er im mentalen Bereich einen unglaublichen Mehrwert ins Einsiedler Fanionteam.

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