Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Einsiedler Volleyballer mussten sich letzte Woche nicht nur dem Sieger der Qualifikation geschlagen geben, auch die Verletzungshexe schlug wieder zu. Dies macht die bevorstehende Aufgabe noch schwieriger. Obwohl das Ergebnis mit 3:0 für Lausanne UC vordergründlich klar ausfiel, konnte letzten Samstag durchaus ein packendes Spiel mitverfolgt werden. Die Einsiedler verstanden es die Sache für den Gegner nicht zu einfach zu machen. 

Dies obwohl oder gerade, weil Topscorer Malte Stiel sich im Morgentraining vor dem Spiel eine Verletzung zugezogen hatte und deshalb nicht am Spiel teilhaben konnte. Dies zwang die Mannschaft die Last des Spiels auf mehr Schultern zu verteilen und ermöglichte denjenigen mehr Verantwortung zu übernehmen, welche ansonsten weniger zum Zug kamen. Genau dies möchten die Klosterdörfler auch kommenden Samstag in Lausanne wieder versuchen: Eine vermeintliche Schwäche in einen Vorteil zu verwandeln.

Dies ist die optimistische Sichtweise, welcher sich die Einsiedler verschreiben sollten. Diese Herangehensweise ermöglicht nicht nur neue Impulse im eigenen Spiel, sondern stellt auch den Gegner vor eine neue Ausgangslage. Speziell in den Playoffspielen, wo die Mannschaften jeden Gegner bereits aus der Qualifikation kennen und jeder einzelne Spieler von den Trainern und Statistikern schon auf Stärken und Schwächen durchleuchtet wurde, können solche Überraschungselemente entscheidend sein.

Ausserdem können es sich die Einsiedler erlauben, das zwar begrenzte, aber durchaus flexible Spielermaterial auf verschiedenen Positionen einzusetzen. Trotz all diesen Möglichkeiten darf man sich keine Illusionen machen und sich bewusst sein, dass das bevorstehende Spiel eine grosse Herausforderung darstellt. Lausanne zeigte sich im Hinspiel von letzter Woche in den entscheidenden Momenten durchaus Souverän und liess in den wichtigen Momenten keinen Zweifel aufkommen, wer die nächste Runde der Playoffs erreichen und weiterhin um den Meistertiteln mitspielen will. Ausserdem spricht die Vergangenheit nicht für die Innerschweizer. Selten konnten sie am Genfersee dem Gegner richtig Paroli bieten. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Dies gilt auch für die Playoffs im Volleyball.

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